Im laufenden Jahr soll das Weltwirtschaftswachstum stärker zunehmen als 2019. Das prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF). Trotzdem ist er vorsichtig.

3,3 Prozent voraus

Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Prognose vom vergangenen Oktober. Für das Jahr 2020 sieht er nun ein Wachstum von 3,3 Prozent voraus. Diese Korrektur nach unten sei dem IWF zufolge eine Reaktion auf einige negative Überraschungen, die die Weltwirtschaft innerhalb der letzten Monate bereithielt. Unter anderem nennt der Währungsfonds nach wie vor den Handelsstreit und geopolitische Spannungen, die die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2019 verlangsamt hatten. Und auch Indien steht auf der Liste. Dem Focus zufolge toben in dem Schwellenland derzeit heftige politische Unruhen und gewaltsame Proteste. Zum Vergleich: Im Juli 2019 ging der IWF noch von 3,5 Prozent Weltwirtschaftswachstum für 2020 aus. Auch dieser Prognose ging eine noch höhere voraus, die der IWF im April stellte. Das berichtete der Internationale Währungsfonds in einer Pressemitteilung.

„High frequency indicators for the fourth quarter tentatively suggest momentum stabilized at a sluggish pace.” – Aus einer Pressemeldung des Internationalen Währungsfonds

IWF passt Prognose an

Im kommenden Jahr erwartet der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von 3,4 Prozent. Auch dieser Wert ist bereits nach unten hin angepasst (minus 0,2 Prozent seit Oktober). Die Richtung des Wirtschaftswachstums zeigt dem IWF zufolge einen scharfen Abbruch von einer Gruppe von Entwicklungsländern, die jedoch wieder zu den historischen Normwerten zurückkehren. Darunter befinden sich etwa Brasilien, Indien, Mexiko, Russland und die Türkei. Die aktuellen Berechnungen – und das prognostizierte langsame Wachstum – sind davon abhängig, dass die bestehenden Konflikte sich nicht weiter verschärfen. Zum Beispiel nennt der IWF hier den Handelsstreit der Vereinigten Staaten und China.

In den großen Westmächten seien allerdings Differenzen zu beobachten:

  • USA: Hier sieht der IWF ein sich verlangsamendes Wachstum voraus. Von 2,3 Prozent in 2019 soll es im laufenden Jahr auf 2,0 Prozent und im Jahr 2021 auf 1,7 Prozent fallen.
  • Euro-Zone: Im Euro-Raum soll das Wachstum von 1,2 Prozent (2019) auf 1,3 Prozent (2020) und dann auf 1,4 Prozent im Jahr 2021 wachsen.
  • Großbritannien: Hier verändert sich die Prognose vom Oktober nicht. Das erwartete Wachstum im Jahr 2020 soll 1,4 Prozent betragen und 2021 auf 1,5 Prozent steigen.

Auch im Hinblick auf die Rezession der deutschen Industrie gibt es Neuigkeiten: Und zwar von der Bundesbank. Im neuesten Monatsbericht gab sie an, dass die industrielle Auftragslage keine neuerlichen Eintrübungen zu verzeichnen habe und es erneut mehr Warenausfuhren gebe.

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Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH