29. April 2020: Nach vierzehn Jahren Bauzeit hat der neue Berliner Flughafen (BER) die Erlaubnis erhalten, seine Tore zu öffnen. Allerdings geschieht das nicht zum günstigsten Zeitpunkt. Denn die Tourismus-Branche leidet nach wie vor unter der Coronavirus-Pandemie.

Reisewarnung bis Juni

Die von der Bundesregierung ausgegebene Reisewarnung soll bis Mitte Juni bestehen bleiben. Ob es dann zu einer Öffnung kommt, steht nicht fest – die Bundesregierung wolle sich mit den Nachbarländern beraten und zum gegebenen Zeitpunkt die Situation neu bewerten. Das berichtet die FAZ unter Berufung auf Medienberichte. Zuvor galt der dritte Mai als Ende der Reisewarnung. Ob Urlaubsreisen während der kommenden Sommerferien damit möglich sind, bleibt bisher offen. In einigen Bundesländern beginnen diese bereits gegen Ende Juni.

Tourismus im Überlebenskampf

Der Deutschen Tourismusverband (DTV) wiederum warnt vor gravierenden Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Immerhin sei die Tourismusbranche mit am stärksten betroffen. Der deutsche Tourismus werde noch lange mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben, prognostiziert der Verband. Umso wichtiger sei eine klare Perspektive für die Akteure der Branche. In einem neuen Perspektivpapier zeigt der DTV Maßnahmen für die erste Phase nach den Lockerungen auf. Hierbei seien bundeseinheitliche Grundsätze vonnöten, zu denen etwa Schutz- und Hygienepläne, die Sicherung des Mindestabstands sowie Besucher- und Kundenlenkung gehören.

„Notwendig ist die unverzügliche Einrichtung einer Task Force auf Bundesebene in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Spitzenverbänden des Tourismus”, sagt Reinhard Meyer, Präsident des DTV, in einer Pressemeldung.

Ferienwohnungen vor dem Aus

Durch die deutschlandweit herrschenden Einschränkungen stehen außerdem viele Ferienwohnungen und Ferienhäuser vor dem Aus, sollte der Bund keine ausreichenden Hilfen zur Verfügung stellen. Einer Umfrage des DTV zufolge gaben 54 Prozent der befragten Gastgeber an, ihren Betrieb ab Ende Juni womöglich einstellen zu müssen. DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz führte dazu aus, dass viele Anbieter ihre Mietobjekte für die Altersvorsorge nutzen und nun vor dem Problem stehen, trotzdem laufende Kredite begleichen zu müssen. Viele der Unterkünfte könnten vom Markt verschwinden, obwohl sie nach der Krise Urlauber beherbergen sollten.

Nur Krümel für kleine Reisebüros

Am Ende sind auch die Reisebüros innerhalb Deutschlands von der Schwäche der Branche betroffen. Sie haben dasselbe Problem: Ohne Reisende bleiben die Einnahmen aus, während laufende Kosten bestehen bleiben. Wie n-tv berichtet, werden viele Reisebüros die Krise nicht überstehen, sollte die Regierung nicht einschreiten. Während die großen Unternehmen wie TUI Milliardenzuschüsse erhielten, kämen unten „nur Krümel“ an.

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Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH